Hilfe, ich bin zu dick



Meine Diät,
welche dann doch keine Richtige war...

Eines Tages nahm mich Sabine aus meinem Käfig und sagte: „So, jetzt gehen wir dich mal wiegen!“
Ich dachte: wiegen? Was war denn das noch mal? Doch Sie nahm mich einfach auf den Arm und ging ins Badezimmer. Auwei! da stand ja dieses komische weiße Dingsda, wo ich immer auszurutschen drohte, weil es so glatt war...
Nee, ein zweites Mal bekommt die mich da nicht drauf ! Nix da! Doch sie wollte mich gar nicht auf das Ding setzen, sondern stellte sich selber drauf. Na gut, sollte sie eben selber ausrutschen. Sie stellte sich also auf das Ding, ging wieder runter, nahm mich hoch- oh nein- und stellte sich mit mir auf dem Arm wieder drauf. Dann sagte sie : „Ich glaube, du brauchst wirklich eine Diät!
Was eine Diät war, erfuhr ich am nächsten Tag auf grausame Weise. Sie nahm mir mein Futter weg und stellte mir dafür einen Teller Knäckebrot hin .

„Das ist nur zu deinem Besten“, tröstete sie mich . „Wenn ein Mensch zunimmt, macht man so etwas auch!“
So? Nimmt man ihm dann auch das Trockenfutter weg, damit er nur noch Heu, Knäckebrot und Wasser zu sich nehmen kann? Soweit ich weiß, verschmähen die Menschen mein leckeres Heu, wieso ist fraglich. Kein Geschmack! Dachte ich missmutig.

Nach drei unendlich langen Tagen hatte ich es wirklich satt! Irgendetwas musste man da doch tun! Nur was ? Auf einmal kam mir eine Idee: da war Doch noch mein guter alter Freund, der Weihnachtsmann*! Was war denn, wenn er mein Weihnachtsgeschenk, oder wenigstens einen Teil davon, mir jetzt schon geben könnte....
Ich machte mir einen Plan. Und er trat heute schon in Kraft. Als mich Manfred auf seinen Schreibtisch nahm, musste ich irgendwie unbemerkt an das Telefon heran, mit dem Handy hatte es nicht geklappt, er dachte nur, ich würde es rumschubsen wollen. Das wäre mir eigentlich eh zu teuer gewesen. Doch ich hatte eine geradezu geniale Idee, die nur einem Kaninchenkopf entspringen konnte: Ich machte auf den Schreibtisch ein kleines Häufchen. Es war nur 0,5x0,5mm groß und doch so wirksam. Er sprang wie von der Hornisse gestochen auf und lief fluchend ins Badezimmer. Jetzt musste ich handeln: Ich nahm den Telefonhörer ab und wählte die Nummer. Hoffentlich war sie auch richtig... „Hier ist der automatische Anrufbeantworter des Beerdigungsinstitutes Meier. Herzliches Beileid, wir trauern für sie von Montag bis Freitag...“ Beerdigungsinstitut? Wie passend, wenn ich erwischt werden würde, war ich tatsächlich tot! Hmm.. Noch mal probieren.“ Staatlich geprüftes Weihnachtsamt, Guten Tag?“ „ Hallo, hier ist Hoppel, ich würde gerne den Weihnachtsmann sprechen!“, fiepte ich in meiner Kaninchensprache. Ach, sie sind das, einen Moment, der Weihnachtsmann ist im Moment sehr beschäftigt, bis er die Rentierflugbescheinigung erst mal für Weihnachten genehmigt bekommt, ich sage ihnen, die Ämter sind ja schon langsam, aber die Weihnachtsämter

Nachzulesen in: Was Hoppel mit Weihnachten zu tun hat...

erst..“ Stundenlang schien es so weiterzugehen, das war zwar nicht so schlimm, denn die Sekretärin vom Weihnachtsmann hatte ihm erzählt, das in dem Haus die Zeit angehalten wurde, aber langsam wurde ihm ziemlich langweilig und er hörte gar nicht erst zu. „... und dann hatten wir letztes Jahr diesen Skandal mit den gefüllten Pralinen, das war eine Schreibarbeit, wochenlang musste ich meine Hände in Weihnachtsminze baden, aber die kennen sie ja gar nicht, die blüht im Halbschatten, von Januar bis August...“Doch Hoppel unterbrach sie: „Ja, das ist ja alles schön und gut, ich würde nur sehr gerne den Weihnachtsmann sprechen!“ Die Sekretärin hielt einen herrlichen Augenblick inne. Dann sagte sie: „Ach ja, natürlich. Momentchen, bitte.“ Hoppel war erstaunt, dass sie so einfach aufhörte zu reden, doch er hatte keine Zeit zum Überlegen, denn im nächsten Augenblick brummte eine tiefe Stimme: „Na, mein kleiner Freund, du willst also dein Weihnachtsgeschenk etwas früher haben. Es ist zwar erst Oktober, aber bitte. Du sollst es bekommen.“ „Jipie“, rief ich. „Doch woher weißt du, was ich will?“ Der Weihnachtsmann räusperte sich und sagte verlegen:

„Ich habe mir deine Diät von oben angeguckt, ich wollte nämlich selber eine machen und mir Tipps holen. Ich habe selber auch ein paar Kilo zuviel... Und da du mein kleines Geheimnis jetzt weißt, mache ich dir noch ein Geschenk: du kriegst heute eine Packung Futter und zwei Dosen Leckerlies – und an Weihnachten auch noch ein zusätzliches Geschenk! Du bist nämlich gar nicht zu schwer. Eure Wage ist nur kaputt! Ich gebe dir diesen Staub, er wird die Wage reparieren!“ Und dann murmelte er in seinen Bart hinein: „Vielleicht hilft das bei meiner Wage auch...“ „Tschüß“ sagte Hoppel noch zum Schluss und legte auf. Im selben Augenblick löste sich die Zeitstarre und Hoppel hörte schwere Schritte. Er wurde von Manfred in den Käfig verbannt.
Als er sich gemütlich hinlegen wollte, klingelte es leise und vor seiner Nase tauchten die Geschenke auf. Er machte sich sofort über das leckere Essen her. Danach hatte er allerdings wirklich das Gefühl, zugenommen zu haben...

Als ihn Sabine nächste Woche zum Wiegen mit ins Bad nahm, streute er den Staub über die Waage und- oh wunder- Sabine rief: „Man, du bist ja fast wieder so schwer wie vorher! Die Diät ist beendet.
Und so musste ich nie wieder eine Diät machen, denn der Staub wirkte ewig. Sabines Eltern entschlossen sich, die Waage zu verschenken, da sie doch ganz gerne eine neue haben wollten. Ich hatte aber noch etwas Staub übrig und verwendete ihn für die neue Waage. Nie wieder Diät!